Bann gebrochen

Am zurückliegenden Samstagnachmittag mussten die Bunesen zum ersten Auswärtsspiel des Jahres zur SG Reußen reisen. Dabei hatte das Team um das Trainergespann Huth/Rath einen sehr unangenehmen Gegner vor der Brust. Den letzten Sieg konnte man im November 2011 gegen die Reußener feiern. Der letzte Auswärtssieg im Saalekreisdörfchen liegt sogar schon über 11 Jahre zurück. Für das Unterfangen in Reußen konnte das Trainergespann diesmal nahezu aus dem Vollen schöpfen. Außer dem verletzten Felix Sieb hatte man aufstellungstechnisch die Qual der Wahl – was sich schnell ändern sollte.

Aus der Komfortzone der großen Möglichkeiten von der Bank aus änderte sich vor Spielbeginn schon so einiges. Bei der Erwärmung verletzte sich auch Florian Sieb am Oberschenkel und folgte damit seinem Bruder ins Buna-Lazarett. Für ihn rückte etwas unverhofft Rittermann in die Startelf. Bei Wind und Wetter und äußern Bedingungen, die in dieser Jahreszeit üblich sind, begann das Spiel wie erwartet. Buna übernahm das Zepter und die Reußener agierten aus einer tiefen und kompakten Defensive heraus. So taten sich die Bunesen spielerisch schwer. Es mussten also Standards herhalten. So auch schon in Minute 2: Gerber zirkelte einen Eckstoß auf den langen Pfosten. Begünstigt vom Wind musste ausgerechnet Ex-Bunese Bensch das Spielgerät von der Linie köpfen. Nur kurz darauf zeigte sich die Buna-Abwehr noch etwas desorientiert. Ilgner schoss Franke ab, sodass sich die Schussgelegenheit für SGR-Kapitän Herrmann ergab. Sein Schuss verfehlte das Tor jedoch (4.). Nach einer weiteren Gerber-Ecke gelangte der Ball über Umwege in den Rückraum zu Volkhardt. Sein Abschluss strich knapp am Tor der Hausherren vorbei (7.). In der neunten Spielminute ergab sich dann nahe der Außenlinie ein Freistoß für die SGB. Wiederum trat Gerber an und zwang Harre mit seinem scharfen Freistoß dazu eingreifen zu müssen. Bis dato lief aus dem Spiel heraus wenig für die Hallenser. Nach einer Angriffsaktion über die linke Seite gelangte das Spielgerät erneut zu Gerber, der aus der zweiten Reihe abzog. Seinen Schuss konnte erneut Bensch entscheidend zur Ecke abfälschen. Nach der anschließenden Ecke ging es allerdings schnell in die andere Richtung. Harres Abschlag wollte Franke per Kopf zu Brülls klären. Dieser geriet jedoch auch aufgrund des Windes zu kurz. Herrmann spritzte dazwischen, fand seinen Meister aber in Brülls im Eins-gegen-Eins (12.). Den ersten spielerischen Vortrag der Bunesen gab es dann erst Mitte der ersten Halbzeit zu sehen. Einen Abstoß von Harre fing Mytakhir ab und leitete direkt per Kopf zu Walther weiter, der ebenfalls per Kopf Gros bediente. Dieser wurde an den Rand des Sechzehners abgedrängt, hatte aber das Auge für Gerber im Rückraum. Sein Abschluss verfehlte abermals um Zentimeter das Gehäuse. Nach viel Leerlauf und Zweikämpfen dauerte es bis zur 41. Minute, ehe Buna mal wieder vor das Reußener Gehäuse kam. Eine zu lange Flanke angelte sich Walther, setzte sich im Zweikampf geschickt durch und bediente von der Grundlinie erneute den lauernden Gerber im Rückraum. Diesmal zirkelte Bunas Nummer sechs jedoch zu hoch und vergab wiederum die Führung für seine Mannen. So ging es torlos in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Teams mehr und mehr. Buna tat sich gegen den stark Wind spielend immer schwerer. Die Hausherren suchten ihr Heil in langen Bällen. Doch die erste Chance im zweiten Abschnitt hatten die Männer von Huth und Rath. Aus einem Einwurf heraus flankte Gros das Spielgerät in den Strafraum und fand den freistehenden Walther. Walther konnte das Spielgerät aber nicht mehr entscheidend drücken und zielte über das Harre-Gehäuse. Zu allem Überfluss musste nun auch noch Rittermann, der zuvor für Florian Sieb in die Startelf rückte, verletzungsbedingt den Rasen verlassen. Auch er hatte Oberschenkelprobleme. Nach gut einer Stunde hatten dann die Gastgeber die bis dato beste Chance zur Führung auf dem Fuß. Wieder war ein Einwurf der Ausgangspunkt. Über Herrmann kam das Leder zu Hurt. Dessen Schuss aus gut 23m landete am Pfosten des Buna-Gehäuses. Nur fünf Minuten darauf ergab sich für Gros per Freistoß die Gelegenheit seine Mannen in Führung zu bringen. Sein Schuss aus zentraler Position ca. 22m vor dem Tor wurde aber noch abgefälscht. Obendrein parierte Harre die Kugel noch zum Eckstoß. Besser lief es dann in der 71. Spielminute. Und wie soll es anders sein: Es musste ein Standard herhalten. Wachsmann schleuderte einen Einwurf in die Mitte des Sechzehners. Bensch schlief im entscheidenden Augenblick, Wagner blockte für Gros frei, der in Gerd Müller Manier das Leder im seitlichen Fallen an Harre vorbei ins Tor drückte. Es sollte die spielentscheidende Szene bleiben. Bis zum Abpfiff tat sich vor beiden Toren nicht mehr viel. Reußen versuchte noch mit der Windunterstützung den eingewechselten Weimann zu finden. Dieser konnte sich aber gegen die Buna-Defensive auch nicht mehr entscheidend behaupten.

Am Ende entführen die Bunesen drei dreckige Punkte aus Reußen. Mit diesem Sieg halten die Neustädter den Kontakt zur Tabellenspitze. Aufgrund der Niederlage des FSV Bennstedt beträgt der Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Turbine Halle nun nur noch zwei Zähler. Obendrein konnte man den Bann gegen Reußen endlich brechen und nach über einem Jahrzehnt wieder bei der SGR als Sieger vom Platz gehen.