Offener Brief: Schulen geben Jobmesse einen Korb

Es war im Dezember 2017, als sich Kai Volkhardt, technischer Leiter der SG Buna Halle, mit offiziellen Vertretern des Landesschulamtes und dem Jobcenter traf. Der Tenor war damals durchaus positiv. So eröffnete Kai Volkhardt ansehnlich die Ideen der SG Buna Halle. Unter dem Motto “Mit Sport zum Job” sollte diese Veranstaltung zum vierten Mal in Folge durchgeführt werden. Demnach sollten die Schulfinals im Volleyball,  Zweifelderball und Soccer parallel zur Jobmesse auf dem Sportgelände der SG Buna ausgetragen werden. Die Vertreter des Landesschulamtes sicherten der SGB ihre volle Unterstützung zu. Auch der Zeitpunkt der Veranstaltung zum Ende des Schuljahres wurde keineswegs als kritisch betrachtet. Es war die Idee, dass Schulabgänger, die noch immer ohne Ausbildung da stehen, sich auf der Zielgerade noch für einen Arbeitgeber bzw. Ausbildungsbetrieb entscheiden können. Gleichzeitig wollte man den Schulabgängern/innen der kommenden Jahre ein Einblick ins Berufsleben geben, welche Möglichkeiten bestehen und Kontakt zwischen Arbeitgeber und Schüler/innen herstellen.

Als nun dann endlich am 22.06.2018 die Jobmesse durchstarten sollte, zogen buchstäblich dunkle Wolken über dem Sportgelände der SG Buna Halle auf. Im Vorlauf zur Veranstaltung kontaktierte Kai Volkhardt noch einmal über 20 Schulen, ob und mit wie vielen Schülern/innen die Schulen kommen werden. Eine Antwort bekam er nur von der Heinrich-Heine-Schule, die dann auch pünktlich und zuverlässig zur Eröffnung erschien – aber eben leider als einzige Schule. Auch über das Jobcenter wurde Werbung für diese Veranstaltung gemacht. Eine zuverlässig messbare Vorankündigung war hierbei nicht möglich. Die erhoffte “Laufkundschaft” blieb leider aus, obwohl insbesondere in unserer Region ein spürbarer Fachkräftemangel vorherrscht.

Nichtsdestotrotz möchte die SG Buna noch einmal ausdrücklich den Unmut über die Annahme dieses Angebotes äußern. Was sich vor allem gegen Ende des Jahres 2017 seitens des Landesschulamtes noch sehr positiv anhörte, verstummte mit zunehmender Zeit. Bewusst wurde der Zeitpunkt zum Ende des Schuljahres gewählt. Nach Notenschluss mühen sich Schüler/innen und Lehrer/innen von Projekttag zu Projekttag oder Wandertag. Warum dann nicht etwas Richtiges machen? Sich beruflich zu orientieren, wäre doch dann ein sinnvoller Lückenfüller bis zum Start in die Sommerferien. Doch leider steht die SGB damit wohl fast allein da. So wurden die sportlichen Finalwettkämpfe der Schulen ebenfalls sehr kurzfristig abgesagt. Trotz des schlechten Wetters gab es eine Schlechtwettervariante für die Jobmesse. Folglich wurde die Messe kurzerhand ins Innere der vereinseigenen Sporthalle verlegt. Es war also alles für einen schönen Tag vorbereitet. Für die Organisatoren der Jobmesse war die kurzfristige Absage der Schulen über das Landesschulamt ein Schlag ins Gesicht. Hierbei haben sich etliche Menschen viel Mühe gegeben und sich über Monate einen Kopf gemacht. Insgesamt 15 Arbeitgeber präsentierten sich bei der Jobmesse. Letztlich bleibt der Imageverlust allerdings an der SG Buna kleben. Doch aus Sicht des Vereins und der Organisatoren liegt das Unverständnis darin, dass alle Schulen auch verstehen sollten, dass die Schule auch bzw. vor allem eine vorbereitende Funktion für die berufliche Zukunft haben muss – das scheinen die Schulen beim Blick auf sich selbst leider oft zu vergessen. Es wurde alles auf dem Silbertablett präsentiert, aber nahezu gänzlich ausgeschlagen. Zurück bleiben enttäuschte Arbeitgeber und ebenso enttäuschte und wütende Bunesen…

 

 

Der Vorstand