Schwarz lässt Bunesen jubeln

Mit dem Rückenwind von neun Siegen am Stück reisten die Bunesen am vergangenen Samstag zur 100-jährigen SG Eisdorf. Mit im Gepäck waren dabei arge Personalsorgen. Denn Buna-Trainer Rath musste gleich auf eine Vielzahl von Spielern verzichten, sodass Schwarz aus der Zweiten mit aufrückte und A-Junior Raslan sein Debüt im Herrenbereich gab.

Auf herrlichem Grün tasteten sich beide Mannschaften zunächst einmal ab. In der 3. Minute zielte Aschenbach jedoch deutlich zu hoch (3.). Auf der Gegenseite bewies Beier gleich zweimal seine Klasse, als er das Tempo anzog und außerhalb des Strafraums abzog. Jedoch fanden seine Abschlüsse nicht den Weg ins Ziel. In der 37. Spielminute sollte es dann aber erstmals an diesem Tage klingeln – und zwar im Buna Tor. Zunächst gewannen die Bunesen den Ball nahe des eigenen Strafraums. Nach Kombination zwischen Pohle und Walther ging das Spielgerät jedoch wieder verloren. Balleroberer Aschenbach schaltete am schnellsten, flankte in den Sechzehner und fand den sich im Rücken von Franke wegschleichenden Weißenborn. Eisdorfs Torjäger blieb völlig unterkühlt und spitzelte das Leder an Brülls vorbei in den Kasten (37.). Nach dem 0:1 aus Buna-Sicht wurden die Rath-Männer nun auch konkreter in ihren Angriffsbemühungen. So drehte der Sekundenzeiger keine zwei Umdrehungen, da stand es schon wieder Unentschieden. Florian Sieb setzte sich energisch gegen Rehmann durch und schüttelte diesen ab. Sein folgender Pass in die Nahtstelle der Abwehr fand Tim Wagner, der vor Schlussmann Langer ebenfalls keine Nerven zeigte – 1:1 (39.)! Nur kurz darauf setzte Mytakhir einen Kopfball nach Siebs Ecke am Kasten vorbei (41.). Deutlich gefährlicher wurde es aber unmittelbar vor der Halbzeit. Eisdorf verlor das Spielgerät im Aufbauspiel und Volkhardt zog das Tempo an. Im richtigen Moment bediente Volkhardt den noch besser postierten Walther, dessen Flachschuss am langen Pfosten endete. Von dort aus sprang das Leder in Langers Arme (42.). Ähnlich lief es nur zwei Minuten darauf. Wieder eroberte Volkhardt den Ball, schickte auf der linken Angriffsseite den mitaufgerückten Gerber. Volkhardt zog gleichzeitig seinen Lauf in Richtung Strafraum durch, wurde wiederum von Gerber bedient und scheiterte am glänzend reagierenden Langer (44.).

Nach der Pause hatten erneut die Bunesen den etwas besseren Start. Einen Freistoß von Gerber entschärfte erneut Langer (49.). Doch nach gutem Start in die zweite Halbzeit verloren die Bunesen den Faden zwischen der 55. und 60. Spielminute komplett. Das hatte auch mit der Hereinnahme von Oppermann zu tun, der zusammen mit Weißenborn die Buna-Defensive bestens beschäftigte. Nach einem langen Abschlag landete das Leder letztlich bei Weißenborn. Dieser hatte wiederum das Auge für den startenden Junge. Doch Brülls eilte aus seinem Kasten und ließ Junge keine Gelegenheit, den Ball an sich vorbei zu spitzeln. In der 72. Spielminute schien den Bunesen dann das Spiel komplett zu entgleiten. Völlig naiv verteidigten sie einen Einwurf zunächst mangelhaft, ehe sich Weißenborn geschickt um Ilgner drehte. Dieser wusste sich nur noch mit einem Foulspiel zu helfen. Und so gab es berechtigterweise Strafstoß! Oppermann trat an und scheiterte zunächst an Brülls. Doch der abspringende Ball landete erneut bei Oppermann, der nun auf 2:1 stellte (73.). Für die Bunesen war es ein sichtbarer Nackenschlag, denn anschließend kam nur wenig von der Rath-Truppe. Umso unerwarteter kam der Ausgleich in der 79. Minute. Walther bediente auf der rechten Angriffsseite Florian Sieb. Dessen Flanke klärte Rehmann per Kopf nicht klar genug. So setzte Ilgner ebenfalls per Kopf nach, zielte das Leder auf den zweiten Pfosten, wo sich Tim Wagner im Rücken seines Gegners löste und erneut ausgleichen konnte – 2:2 (79.). In den Schlussminuten waren es dann wieder die Bunesen, die auf den dritten Treffer drängten. So kam auch durch den erst 18-jährigen Raslan noch einmal frischer Wind ins Offensivspiel. Und so schrieb das Spiel in der Schlussminute seine ganz eigene Geschichte: Einen Einwurf von Ilgner holte sich Volkhardt ab, schüttelte seinen Gegenspieler ab und flankte das Spielgerät scharf ins Zentrum. Der herauseilende Langer konnte den Ball nicht wegfausten, sondern nur abklatschen lassen. Florian Sieb schnappte sich das Leder, zog vorbei an Langer und bediente Schwarz. Getreu dem Motto „Augen zu und durch“ fand Schwarz die Lücke im Abwehrgestrüpp der Eisdorfer und nagelte den Ball zum 3:2-Siegtor unter die Latte (90.+1). Was nun folgte war Ekstase pur.

Mit diesem sicher nicht verdienten, aber dafür umso wichtigeren, Auswärtssieg verteidigen die Bunesen den zweiten Tabellenplatz und wahren den Zwei-Punkte-Rückstand auf Spitzenreiter FSV Bennstedt.

Spielbericht: Sascha Gerber