Zweistellig beim Jubilar?

Nach dem Sieg im Derby und Spitzenspiel gegen den einstigen Tabellenführer Turbine Halle wartet nun die Hürde “SG Eisdorf” auf die SG Buna Halle. Für die Bunesen, die derzeit auf einer Erfolgswelle surfen, ist es die schwierige Aufgabe, den Sieg aus der Vorwoche zu bestätigen. Was ist ein Sieg im Spitzenspiel wert, wenn man am darauffolgenden Spieltag das Spiel vergeigt? Mit dünner Personaldecke wird das Unterfangen gegen eine torhungrige Truppe jedoch anspruchsvoll.

In den vergangenen Jahren gingen sich beide Vereine regelmäßig aus dem Weg. Während die Eisdorfer in der alten Landesklasse Staffel 4 an den Start gingen, duellierten sich die Bunesen vorwiegend mit Mannschaften aus dem Burgenlandkreis in der ehemaligen Staffel 6. Und trotzdem gibt es in der jüngeren Vergangenheit zwei Aufeinandertreffen. In der Statistik hat die SG Eisdorf dabei die Nase vorn. Im Sommer 2014 gastierte die SGB beim damaligen Kreisoberligisten im Teutschenthaler Ortsteil Eisdorf. Trotz der zwischenzeitlichen Führung durch Florian Sieb verloren die Bunesen am Ende noch mit 2:1. Im Sommer 2017 traf man sich dann zum Duell an der Lilienstraße. Trotz vieler Gelegenheiten auf beiden Seiten endete das Duell am Ende gerechterweise 1:1-Unentschieden, wobei Tim Wagner kurz vor Ultimo für die Hallenser traf. Schon damals wusste die Eisdorfer Truppe im Offensivspiel zu gefallen. Vor allem Torjäger Tobias Weißenborn stellte die zusammengewürfelte Buna-Defensive vor Probleme. Jener Weißenborn ist auch in dieser Saison die große Stütze für das Jubiläumsteam aus Eisdorf. Nach den kräftigen Feierlichkeiten zum 100-jährigen Vereinsbestehen im Sommer netzte Tobias Weißenborn auch in dieser Spielzeit bereits elfmal ein – und das in nur sieben Pflichtspielen. Doch auch in dieser Spielzeit heißt es bei der SGE: vorne Hui, hinten Pfui. So hat der Tabellensiebente bereits 20 Treffer auf der Habenseite. Die 27 Gegentreffer verhindern allerdings eine noch bessere Platzierung im Tableau. Beispielhaft dafür sind gleich mehrere Partien. So erzielte man gegen die SG Reußen und den FSV Halle gleich vier Treffer. Motor Halle fegte man gar mit 6:0 vom Platz. Nun gab es aber auch eben jene Spiele, in denen es im eigenen Kasten ordentlich rappelte. So kassierte man zu Hause gegen Bräunrode fünf Gegentreffer, genauso wie bei Turbine Halle. Im letzten Pflichtspiel zu Hause gegen Nietleben waren es ebenfalls vier Gegentore. Beim Derby gegen den derzeitigen Tabellenführer Bennstedt stand man jedoch kurz vor der Überraschung. Doch in der Schlussviertelstunde gab man die 0:1-Führung noch aus der Hand und verlor mit 2:1.

Dieses Ergebnis und die Erfahrungen aus den Testspielen sollten für die Bunesen Warnung genug sein. Nichtsdestotrotz streben die Neustädter den zehnten Sieg in Serie an – so viel zum Thema zweistellig, um dem Tabellenführer aus Bennstedt weiter auf den Fersen zu bleiben. Dabei muss gegen eine unangenehme Offensive vor allem wieder die defensive Stabilität passen. Da haben die Bunesen voraussichtlich auch keinerlei Probleme. Beim Blick auf den Gesamtkader sieht das Ganze schon anders aus. Aus den verschiedensten Gründen fehlt dem Trainergespann eine Hand voll Spieler. Felix Sieb und Tom Wachsmann weilen noch im Urlaub, Daniel Rittermann fehlt aus dienstlichen Gründen, Yves Pfeiffer ist weiterhin verletzt und David Gros muss seine Rotsperre absitzen.

Vorbericht: Sascha Gerber