FINALE!

Zum Feiertag, dem 501. Reformationstag, trafen sich die Bunesen und der Tabellenführer der Stadtoberliga, die SG Einheit Halle, um einen der beiden Finalisten des Stadtpokals zu ermitteln. In einem harten Fight setzten sich die Bunesen nach regulärer Spielzeit mit 4:2 durch. Zehn gelbe Karten und eine Ampelkarte zeigen dabei die Verbissenheit dieser Begegnung. Am Ende sind die Bunesen aufgrund der großen Moral der glückliche Sieger.

Das Spiel begann so, wie es sich auch über die gesamten 90 Minuten darstellen sollte. Viel Kampf, viel Biss, enge und harte Zweikämpfe, aber wenig spielerische Höhepunkte. Den Start haben die Bunesen zunächst ein wenig verschlafen. Als Mückenheim, Knipser der SG Einheit Halle, erstmals auf die Reise geschickt wurde, musste Brülls bereits das erste Mal eingreifen (6.). Wenig später hatten die Bunesen das Leder bereits in den eigenen Reihen. Doch Ilgner entschied sich für ein folgenschweres Dribbling in der eigenen Hälfte. Sein Ballverlust gegen Mückenheim war Filetstück auf dem Teller der Einheit. Mückenheim blieb anschließend im 1:1 gegen Brülls eiskalt und brachte die Hausherren und den Underdog in Führung. Nach einer Viertelstunde bekamen auch die Bunesen erstmals die dicke Gelegenheit, einen Treffer zu markieren. Über die linke Angriffsseite ging es mal schnell. Am Ende nahm Gros das Leder direkt, zielte aber knapp vorbei. Diese Gelegenheit wirkte ein Stück weit wie der Hallo-Wach-Effekt. Anschließend wurden die Bunesen griffiger und zielstrebiger. So war der Ausgleich durch Gros in der 17. Minute folgerichtig. Doch vor allem im Defensivverhalten hatten die Bunesen in diesem Spiel ihre Schwächen. So auch Mitte der ersten Halbzeit. Über die rechte Angriffsseite der SG Einheit ging es flott. Den Flachpass in die Mitte machte Ilgner erst richtig scharf und schoss Brülls voll auf die Zwölf – dies hätte auch schief gehen können. Gegen Ende der ersten Abschnitts verlor vor allem Schiedsrichter Stegner seine Linie. Nach Foul an Beier entschied der Unparteiische nicht nur fälschlicherweise auf Schwalbe und gab ihm Gelb, sondern raubte den Bunesen zudem auch noch den klaren Vorteil einer riesigen Torchance.

Nach dem Seitenwechsel versuchten sich die Bunesen mit etwas mehr Sicherheit. Vor allem im eigenen Aufbauspiel sollte mehr Ruhe reingebracht werden. Doch auch das gelang dem Favoriten aus der Landesklasse nicht. Die ersten fetten Chancen gab es für den Stadtoberliga-Spitzenreiter. Zunächst nagelte die Einheit einen Freistoß an den Querbalken. Und auch beim anschließenden Nachschuss verpassten die Akteure von Einheit nur um Haaresbreite den Torerfolg. Besser lief es dann für Kicker von der Merseburger Straße in der 53. Minute. Ein langer Diagonalball war eigentlich sichere Beute für Ilgner. Doch der Buna-Verteidiger traf das Leder nicht und der hinter ihm lauernde Agbeti drang in den Sechzehner. Anschließend säbelte Ilgner den Einheit-Angreifer um – glasklarer Elfer, der seitens der Bunesen nicht einmal Raum für Diskussiönchen offen ließ. Tantzscher trat an und schickte Brülls in die falsche Ecke – 2:1 (54.)! Nun wurde es für die Bunesen noch schwerer. Doch mit der Einwechslung von Florian Sieb bekamen die Bunesen mehr Sicherheit ins eigene Spiel. Und so war es auch Sieb, der an einer entscheidenden Szene beteiligt war. Im Kopfballduell gegen Sieb fuhr der schon verwarnte Agbeti den Ellenbogen aus. Folgerichtig ging es für Agbeti mit der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen. Und auch Sieb musste behandelt werden. Er hatte eine blutige Lippe davongetragen. Doch damit begann die hitzige Phase erst so richtig. Die passende Antwort auf die nun halbstündige Überzahl lieferten die Bunesen kurz darauf. Gerbers langen Ball sicherte Gros großartig. Anschließend bediente er Walther, der aus Nahdistanz Bartzschke überwand (67.). Nun hatten die Bunesen das Heft des Handelns endlich in die Hand genommen. Nach einer Gerber-Ecke von rechts schraubte sich zunächst Rittermann am höchsten, setzte das Leder aber hauchzart am Kasten vorbei. Besser lief es dann in der 81. Minute. Diesmal Ecke von links: Gerber schnippelte das Leder auf den ersten Pfosten und Frankes Kopfball landete im hohen Bogen im langen Eck – 2:3! Das Finale war nun schon in Sichtweite. Die Schlussphase war dann von harten, teilweise überharten Zweikämpfen geprägt. So schalteten bei Mückenheim mal kurz einige Synapsen aus – seinen brutalen Ellenbogenschlag in Gerbers Gesicht blieb vom Unparteiischen aber unbeobachtet. Die sportliche gerechte Strafe dafür bekamen Mückenheim und Co. jedoch damit, dass ihnen weite Gelegenheiten verwehrt blieben. Zwar musste Brülls noch zweimal Kopf und Kragen riskieren. Jedoch erwies sich Bunas Schlussmann in der Endphase nicht nur als sicherer Rückhalt, sondern auch als Ruhepol. Als Walther in der 92. Minute zum 2:4 traf, dachten alle, der Deckel sei nun drauf. Doch das Schiedsrichtergespann entschied richtigerweise auf Abseits. Doch der 2:4-K.o. sollte wenig später folgen. Einen Konter über Walther und Gros schloss schlussendlich der eingewechselte Mytakhir mit einem staubtrockenen Schuss in den Winkel ab.

Mit diesem 4:2-Auswärtserfolg ziehen die Bunesen ins Pokalfinale ein und fügten der SG Einheit den entsprechenden Halloween-Schreck zu. Erst im Mai wird das Finale ausgetragen. Gegner wird dann das Spitzenteam von Turbine Halle sein, was sich am heutigen Tage mit 7:1 gegen Ligakonkurrent ESG Halle durchsetzte!

Spielbericht: Sascha Gerber