Dem Landesmeister die Stirn geboten

Nach dem Auftakterfolg (0:2 bei Allemannia Jessen) im Rahmen der Vorbereitung auf die neue Spielzeit, wartete auf die Bunesen das größte Kaliber der Testspielphase. Auswärts traf man auf keinen Geringeren, als den Landesmeister 1. FC Romonta Amsdorf. Gegen ambitionierte Amsdorfer waren die Bunesen natürlich krasser Außenseiter. Im Gegensatz zur Vorwoche entspannte sich auch endlich der Personalengpass. So rutschten Rittermann, Wagner und Gros in die Startelf. Dafür mussten im Gegensatz zum letzten Test zunächst Mytakhir, Raslan und Wachsmann auf der Bank Platz nehmen.

Aufgrund der klaren Rollenverteilung in Sachen Favorit und Außenseiter ging Coach René Rath mit einer klaren Defensivtaktik in die Partie. In ungewohnter Formation brauchten die Bunesen zunächst einige Minuten, um damit auch zurecht zu kommen. So ergaben sich aufgrund noch bestehender Missverständnisse auch gleich Möglichkeiten für die Hausherren. So scheiterte Gründler an Brülls. Kurz darauf konnte Franke Schlichting noch beim Abschluss entscheidend stören, sodass Rittermann das Leder noch vor der Linie klären konnte. Nachdem die Bunesen sich nach ca. zehn Minuten mit dem Gegner und der eigenen Marschrichtung akklimatisierten, konnten die Männer von Rath besser dagegen halten. Abschlüsse von Schlichting und Siedler aus der zweiten Reihe verfehlten deutlich ihr Ziel. Nach rund zwanzig Minuten ergab sich dann auch die erste Gelegenheit für die Bunesen. Nach schnellem Umschaltspiel bekam Gros das Leder und steuerte auf Schlussmann Tretropp zu. Sein Abschluss im 1-gegen-1 blieb jedoch zu harmlos, um Amsdorf Nummer 1 vor große Probleme zu stellen. Ein Querpass auf den mitgelaufenen Walther wäre sicherlich die besser Alternative gewesen. Vor allem über die Stationen Fiebiger, Lindau und Neigenfink wurden immer wieder die Schnittstellen der Buna-Abwehr gesucht. So kamen die Romonta-Kicker vor allem über ihre rechte Angriffsseite einige Male zum Zuge, ohne jedoch am Ende für ernsthafte Torgefahr zu sorgen. Und fand der Ball doch mal die Schnittstelle nahezu perfekt, machte Brülls im Herauslaufen einen fantastischen Job. Im zeitlich letzten Drittel der ersten Halbzeit hatten sogar die Bunesen die großen Chancen auf den Führungstreffer. Zunächst fing Brülls eine Flanke ab, schaltete blitzschnell und schickte Gros gegen Hovhannisyan auf die Reise. Dieser setzte sich gegen Amsdorf letzten Mann durch und konnte nur per Foul gestoppt werden. Eigentlich Notbremse mit fälligem Platzverweis. Doch auch die Bunesen setzten sich vehement für eine milde Strafe im Testspiel ein. So gab es Gelb für Hovhannisyan und einen Freistoß für Buna. Diesen nahm sich Lührs, jedoch packte Tretropp sicher zu. Die vielleicht beste Möglichkeit erspielten sich die Gäste aber kurz darauf. Wagner bediente den startenden Gerber wunderbar, dieser legte im Sechzehner scharf quer auf Gros, der den hart getretenen Ball aus Nahdistanz über den Kasten setzte. Als alle schon mit einer torlosen ersten Halbzeit rechneten, bekamen Kadic-Truppe noch einen Eckstoß zugesprochen. Dieser fand mustergültig Zielspieler Fiebiger, der die Kugel per Kopfstoß sehenswert in den Torwinkel setzte – wirklich ein klasse Treffer (44.). So ging es mit einer knappen, aber aufgrund der spielerischen Überlegenheit verdienten 1:0-Führung für die Hausherren in die Kabine.

Hier setzt sich Martin Fiebiger gegen Walther und Ilgner durch – 1:0!

Die Bunesen gingen die zweite Halbzeit zunächst unverändert an. Dennoch gab es den ersten Nackenschlag schon nach nur zwei Minuten. Dabei spielte der Unparteiische leider eine etwas unglückliche Rolle. Zunächst blockte er unfreiwillig einen Ball der Amsdorfer. Dieser sprang Sieb vor die Füße, bei dessen Abspiel erneut Schiedsrichter Miekautsch im Weg stand und einen Angriff der Hausherren damit initiierte. Am Ende waren sich auch noch Franke und Brülls etwas uneinig. Nutznießer der gesamten Situation war dann Schlichting, der auf 2:0 stellte. Leider ist Schiedsrichter Miekautsch auch nicht die neue Regelung bekannt gewesen, dass Schiedsrichter seit diesem Sommer keine „Luft“ mehr sind, es hätte also schon nach dem ersten Kontakt Schiedsrichterball geben müssen. Nichtsdestotrotz taten sich die Bunesen im gesamten zweiten Abschnitt deutlich schwerer nach eigenem Umschaltspiel einmal wirklich gefährlich zu werden. Mit zunehmender Spielzeit ließ auch die Kraft und Konzentration nach. So entstand auch das 3:0. Wachsmann vertendelte im eigene Aufbauspiel den Ball und ebnete Schlichting mit seinem zweiten Treffer des Tages den Weg (63.). Im Anschluss mussten alle Akteure den hohen Belastungen Tribut zollen. Buna wurde gegen Ende der Partie vom Romonta-Pressing verschont. Dennoch hatte Schlichting noch zweimal die Möglichkeit zu erhöhen. Einmal rettete der Pfosten, beim zweiten Mal war es stark aufspielende Brülls. Vor dem nun von Max Stiller gehüteten Amsdorfer Tor blieben die Bunesen im zweiten Abschnitt blass. Abschlüsse von Ilgner oder Sieb sorgten nicht für ausreichend Gefahr. Bei einigen Zuspielen fehlte die Präzision.

Florian Sieb im Duell mit Victor Lindau.

Am Ende können die Bunesen dennoch stolz auf sich und ihre Leistung sein. Gegen einen starken Verbandsliga-Gegner hielt man zumindest im ersten Abschnitt gut dagegen und hatte gar eigene Top-Möglichkeiten, um selbst mindestens einen Treffer zu erzielen. Unterm Strich ist ein 3:0 beim Landesmeister ein absolut akzeptables Ergebnis für eine zwei Klassen tiefer angesiedelte Mannschaft. Am kommenden Wochenende treten die Hallenser erstmals auf heimischem Geläuf an. Dann gastiert der BSV 79 Magdeburg, Vertreter der Landesklasse 2, an der Lilienstraße.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*